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Karl Steinocher: „Die Leute haben gesehen, da wird gebaut“

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History | Ergreifende Erinnerungen

Karl Steinocher: „Die Leute haben gesehen, da wird gebaut“

Der Sozialdemokrat und Gewerkschafter Karl Steinocher (1920–2013) beschreibt die Stimmung in Salzburg rund um den „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische „Dritte Reich“: Vor allem die erdrückende wirtschaftliche Situation und die hohe Arbeitslosigkeit in Österreich hebt er als Motiv für die in Salzburg herrschende NS-Begeisterung hervor. Denn durch die Grenznähe habe die Bevölkerung die im Deutschen Reich rapide sinkende Arbeitslosenquote durch die Ankurbelung der Wirtschaft im Zuge großer staatlicher Bauprojekte und die anlaufende Rüstungsproduktion deutlich wahrgenommen. Auch die Demobilisierung der Arbeiterbewegung im Austrofaschismus und die Enttäuschung der Arbeiterschaft über die schwache Sozialdemokratie trieb zahlreiche Arbeiter in die Arme der (illegalen) NSDAP, so Steinocher. Als weitere Faktoren für den hohen Zuspruch zum Nationalsozialismus in Salzburg nennt Steinocher aber auch spektakuläre nationalsozialistische Propaganda-Aktionen und den im Land herrschenden Antisemitismus.

Anmerkung der Redaktion:
Karl Steinocher bezieht sich in seinem Bericht auf ein bereits in der Zwischenkriegszeit kursierendes, wohl fälschlicherweise Kurt Tucholsky zugeschriebenes Zitat: Schuld sind die Juden – und die Radfahrer. Damit sollte in NS-kritischen Kreisen die Willkür, mit der eine Gesellschaft ihre Sündenböcke und Feindbilder schafft, verdeutlicht werden.
Auch einen Ausspruch der Ehefrau des österreichischen Kanzlers Engelbert Dollfuß, der in der österreichischen Bevölkerung für große Empörung gesorgt hatte, zitiert Karl Steinocher in diesem Beitrag: Via Radio hatte Alwine Dollfuß die hungernde österreichische Bevölkerung am Höhepunkt der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren belehrt, man könne schließlich auch aus einer Wursthaut eine schmackhafte Suppe kochen.

Sendung: Hohes Haus:Ein Toter führt uns an
Brennpunkt: Beifall, Unterwerfung, Terror
Gestalter: Andreas Novak

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